Zu Besuch bei … Der Kratzbaum-Designer

Wo Katzen wohnen

Zwei helle Katzen auf Designer-Kratzbaum
© CatModul/PR

Egal ob Hauskatze oder Freigänger: Wir lieben unsere Samtpfoten – bis sich ihre scharfen Krallen erstmals in unsere Möbel bohren. Weil gewöhnliche Kratzbäume aber oftmals sehr hässlich sind, entwickelte der Münchner Axel Ringel ein eigenes Modell mit Stil.

 Gute Katze, böse Katze

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitut GfK aus dem Jahr 2016 ist die Katze das liebste Haustier der Deutschen. Beinahe jeder dritte Bundesbürger (29 Prozent) hält demnach einen Stubentiger zu Hause. Doch so schön das Zusammenleben mit den kuscheligen Vierbeinern auch sein mag, gibt es immer ein scharfkantiges Problem: ihre Krallen. Katzen besitzen insgesamt 18 Stück davon – je fünf an beiden Vorderpfoten und je vier an beiden Hinterpfoten, die sie bei der täglichen Fellpflege regelmäßig mitputzen. Zum Leidwesen ihrer Besitzer wetzen die niedlichen Fellnasen ihre Krallen aber auch gerne mal an Möbelstücken und Tapeten. Dahinter steckt keine böse Absicht: Katzen markieren damit lediglich ihr Revier, zu dem neben den Bäumen und Sträuchern im Garten eben auch das Inventar des Hauses gehört. Abhilfe schaffen spezielle Kratzbäume, die jedoch in den meisten Fällen nicht mit unserer modernen Einrichtung harmonieren. Da hat man lange für die tolle Designer-Couch gespart oder ewig nach den passenden Möbeln fürs Esszimmer gesucht, und dann verunstaltet so ein unschönes Ding das eigene Zuhause, statt sich problemlos in den zeitgenössischen Wohnkomfort einzufügen.

Zwei Katzen und ein Hund mit einem Designer-Kratzbaum in einem hellen Zimmer, ©CatModul/PR
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Design, das glücklich macht

Axel Ringel erkannte dieses Problem und kam auf die Idee, ein funktionelles Möbel zu gestalten, an dem Besitzer und Haustier gleichermaßen ihre Freude haben sollen: „Obwohl Katzenkratzbäume eine sehr zentrale Position im Raum einnehmen, lässt deren Gestaltung oftmals sehr zu wünschen übrig. Auch deren Farben passen überhaupt nicht zu unserer heutigen Auffassung von modernem Wohnen. Die meisten Hersteller scheinen sich wenig Gedanken darüber zu machen, dass sich auch ein Kratzbaum in den Raum integrieren sollte. Deshalb habe ich mir erst einmal genau überlegt, welche Anforderungen so ein Kratzbaum wirklich erfüllen muss, damit es am Ende für beide Seiten stimmig ist“, erläutert der Münchner seine Herangehensweise an das Projekt. Denn neben dem Gestaltungsaspekt gilt es auch die Bedürfnisse der Vierbeiner zu berücksichtigen. Katzen wollen klettern, herumliegen, sich verstecken oder auch mal einkuscheln. Erst wenn das Möbel auch diese zentralen Aktivitäten ermöglicht, wird es vom Haustier richtig angenommen.

Zwei Designer-Kratzbäume, ©CatModul/PR
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Individuelle Farben und Modelle

Bei Axel Ringels Kratzbäumen können bisher vier verschiedene Basismodelle zu unterschiedlichen Möglichkeiten gestaltet werden (detaillierte Informationen unter www.catmodul.de). Seine Entwürfe bestehen nicht wie bei vielen anderen Herstellern aus nur einem Strang und zwei oder drei Ablageflächen. Er hat für seine Idee eine komplette Modulreihe vorgesehen, bei der dem Vierbeiner bis zu acht Etagen zum Klettern und Herumhangeln zur Verfügung stehen. Integrierte Liegeplätze, Höhlen sowie ein Lochsystem animieren die Katze dazu, auf dem Möbelstück ihren Spaß zu haben. Die Module können individuell gestaltet sein, sodass in jedem Raum ein eigens Flair entsteht. Der Grundaufbau bleibt dabei immer gleich, das heißt der Kratzbaum wird aufgrund seiner Bauweise fest mit der Wand verschraubt. So ist immer ein sicherer Halt für die kleinen Lieblinge gewährleistet, selbst wenn es beim Spielen und Herumtoben mal ein wenig wilder zugehen sollte. Das kleinste Modell ist 135 cm hoch und lässt sich gut in jeder Ecke des Raums unterbringen. Das größte Katzenmöbel bringt es auf ganze 225 cm in der Höhe. Die gewünschten Module können mit speziellen Extras wie beispielsweise einem Wein- oder Bücherregal versehen werden. Darüber hinaus sind sie mit Teppichfliesen ausgelegt, für die insgesamt 15 Farbtöne zur Auswahl stehen. Dadurch wird auch die Reinigung zum Kinderspiel, da sich die Teppichstücke ganz leicht per Staubsaugerdüse säubern lassen. „Das ist bei herkömmlichen Kratzbäumen in der Regel nicht möglich, da hier meist Kunstfellbezüge zum Einsatz kommen, die bei dieser Tätigkeit gerne mal kaputt gehen“, weiß Axel Ringel, der bei seinen Materialien auf Qualität setzt. Auch die äußere Hülle ist flexibel, das heißt hier kann der Kunde zwischen 30 Farben und verschiedenen Holzoptiken wählen.

Kratzbaumdesigner in seiner Werkstatt
© CatModul / PR

Echte Handarbeit

In seiner kleinen Manufaktur fertigt Axel Ringel seine Modelle auf Kundenwunsch an. Ab der Bestellung dauert es ca. 28 bis 35 Tage, bis der Kratzbaum versandbereit ist. Auf Wunsch kann der Besitzer sein neues Lieblingsstück auch selbst vor Ort abholen. Obwohl es vier unterschiedliche Basismodelle gibt, ist jedes Fabrikat am Ende ein individuelles Designobjekt: „Manchmal bekomme ich vorab auch Fotos von Räumen oder der aktuellen Einrichtung zugeschickt, damit ich das Katzenmöbel noch besser auf den jeweiligen Wohnstil abstimmen kann“, resümiert der Designer. Bevor es in die finale Verarbeitung geht, erhält der Auftraggeber ein 3-D-Bild, auf dem auch der gewünschte Farbton gut zu erkennen ist. Übrigens ist das fertige Modell aus einem so hochwertigen und langlebigen Material, dass die Katze nur einen einzigen Kratzbaum in ihrem Leben benötigt. Aber keine Sorge: Frauchen oder Herrchen können ihr Zuhause natürlich immer mal wieder trendbewusst umgestalten – und das trotz herumtobender Stubentiger.

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