Wie ich zu meiner Traum-Terrasse kam

Sommerplanken selbst gemacht

© daheim.de

Hach, was ist das schön im Sommer – vor allem, wenn man bei bestem Wetter ruhige und entspannte Stunden auf dem Balkon oder der Terrasse genießen kann. Letzteres war mir und meinem Mann leider seit 2017 nicht mehr vergönnt. Dann fing unsere damalige Terrasse nämlich an, vor sich hinzubröseln. Und dabei war das Ding erst knappe sechs Jahre alt!

Eine neue Terrasse muss her

Dummerweise hatten wir bei unserem Neubau gleich mehrere Fehler bei der Gestaltung des Außenbereichs gemacht: Wir wollten sparen und kauften günstiges Holz – und das verlegten wir dann auch noch falsch, nämlich mit zu wenig Abstand zur Stein-Einfassung. Das Ergebnis: Holzplanken, die an die Einfassung anstießen, die sich aufstellten und splitterten. So kam in Nullkommanix Feuchtigkeit ins Holz und die Planken fingen an zu verrotten. Beim ersten Loch war bei mir Sense: Eine neue Terrasse musste her, und dieses Mal bitte eine, von der wir länger etwas hätten. Schließlich will Frau sich ja auch bei der Terrassen-Deko austoben, mit Solarlampions, Outdoor-Teppichen und vielen Pflanzen.

Outdoorteppich, Pflanzen, Außenleuchte
© daheim.de; Nataly Reinch/Shutterstock.com

Also ging die Suche los: Wir guckten Werbe- und Test-Videos zu den Produkten aller möglichen Hersteller. WPC-Planken – eine Mischung aus Holz und Kunststoff – waren kurz im Gespräch, aber weil wir keine großen Plastik-Fans sind, wurde das schnell verworfen. Am Ende landeten wir bei einem Hersteller aus dem Bayerischen Wald, der einen edel klingenden Terrassenparkett aus astfreiem, stabverleimtem Lärchenholz anbot. „Super witterungsbeständig!“, hieß es da, und: „Höhere Lebensdauer, weil die Holzoberfläche nicht verletzt wird!“. Heiles Holz? Klingt super, dachten wir – aber kann man sowas denn auch selber verlegen, ohne totalen Mist zu bauen? Ja, kann man. Das versprach uns der Hersteller, und nach Besichtigung der Verlege-Anleitung stimmte der Göttergatte zu.

Klick-System zum selber bauen

Das Prinzip geht so: Auf dem möglichst ebenen Untergrund werden große runde Plastikteller verteilt, das sind die Füße für den Unterbau. Ihre Höhe kann so angepasst werden, dass die Unterkonstruktion am Ende auch eben ist, beziehungsweise ein leichtes Gefälle hat – schließlich soll der Regen ja abfließen können. Auf der Unterkonstruktion werden wiederum kleine Plastikflügel festgeschraubt – und auf denen werden dann die eigentlichen Planken festgeklickt, nachdem das Gegenstück von unten an die Diele geschraubt wird.

Loungemoebel, Sonnenschirm, Feuerschale
© daheim.de

Rundum überzeugt orderten wir frohen Herzens die kesseldruckimprägnierten (sag das dreimal ganz schnell hintereinander…) Holzplanken mitsamt dem zugehörigen Unterbau und Klick-System. Obendrauf gönnten wir uns eine Wetterschutz-Lasur, denn die Parkett-Bretter mussten eingekürzt werden – und noch mal Bröselholz wollten wir auf jeden Fall vermeiden.

Der Bau beginnt

Dann fing die eigentliche Arbeit an: Der liebe Mann baute die alte Terrasse mitsamt Unterbau ab, damit wir gemeinsam mit dem Aushub beginnen konnten. Die neue Konstruktion würde nämlich höher werden, sollte aber auf einer Ebene mit der Steineinfassung bleiben. Also ran an die Schaufeln und rein mit dem Schotter in die bereitstehenden Eimer! Da merkt man schnell, wie wenig Kraft man als Büromensch im Rücken und in den Armen hat.

Als nächstes kam eine wasserdurchlässige Wurzelsperre in die Grube, um Unkraut zu vermeiden. Darauf wiederum platzierten zwei starke Familienmänner hübsche Inselchen aus Kieselsteinen, auf denen wiederum quadratische Betonplatten (schöne Schlepperei…) verteilt wurden. Die Unterlage für die Terrassenfüße war fertig!

Der handwerklich äußerst begabte Gatte plante die Unterkonstruktion – und stieß mit unserer Zisterne auf ein Problem. Deren Deckel ragte nämlich so weit nach oben, dass man unmöglich einen Fuß darauf abstellen konnte. Will man ja auch gar nicht, denn im Fall der Fälle sollte der Zisternendeckel einigermaßen gut zugänglich sein. Also zimmerte der Mann eine extra Konstruktion um den Deckel herum – und schon passte das Runde ins Eckige.

Jetzt war es endlich soweit für den eigentlichen Terrassenparkett: Wir kürzten, lasierten, bohrten, schraubten und klickten, was das Zeug hielt. War gar nicht schwer, ehrlich! Nach einer halben Stunde hatten sich die einzelnen Arbeitsgänge perfekt eingegroovt und fünf Stunden später erstrahlte die neue Terrasse in ihrem ganzen Glanz. Das musste natürlich noch am selben Abend mit einer Grill-Runde gefeiert werden. Gut, nach dem ganzen Rumkauern vor den Brettern hatte ich danach drei Tage lang verkürzte Sehnen an der Beinrückseite. Aber jedes Mal, wenn ich barfuß über das wunderbare, fußfreundlich gerillte Holz laufe, denke ich: „Das war’s auf jeden Fall wert.“

Fertige Terrasse
Die fertige Terrasse wurde noch am selben Abend mit einer Grill-Session eingeweiht. / © daheim.de

Inzwischen hat die Terrasse schon diverse Regenschauer und hin- und hergeschobene Gartenmöbel über sich ergehen lassen. Steht da wie ’ne Eins, muss ich sagen. Ob sie sich langfristig bewährt, werden wir abwarten müssen. Aber nach der ganzen Lasiererei habe ich ein gutes Gefühl …

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