Wenn Geschwister sich ein Zimmer teilen …

Schlaue Lösungen fürs Kinderzimmer

Zwei Mädchen spielen in einem bunten Kinderzimmer
© Yuganov Konstantin/Shutterstock.com

In Zeiten, in denen Wohnraum knapp und teuer ist, wohnen Geschwister immer öfter gemeinsam in einem Kinderzimmer. Solange die Kinder klein sind, ist dies ohnehin oft die beste Lösung, teilen sie ihr Spielzeug (und ihre Mama) so einfach am besten. Spätestens jedoch, wenn ein Geschwisterkind die Schule besucht, werden die Bedürfnisse differenzierter, der Wunsch nach Ruhe und Rückzug größer. Auch wenn dann kein zweites Kinderzimmer zur Verfügung steht, gibt es vielfältige Möglichkeiten, jedem Kind seinen eigenen Bereich zu schaffen.

Ist der Raum groß genug (> 20 qm) und sind zwei oder mehr Fenster vorhanden, gibt es die Möglichkeit, den Raum mit einer Trockenbauwand mit integrierter Schiebetür zu trennen. Eine Trockenbauwand ist relativ kostengünstig zu realisieren und kann auch in Mietwohnungen eingezogen werden, wenn man ein paar Regeln beachtet. Zur Entkoppelung wird eine Trennlage zwischen Fußboden und der Trockenbau-Konstruktion eingelegt, sodass der Fußboden keinen Schaden nimmt. Die Wand kann an den angrenzenden Zimmerwänden und an der Decke befestigt werden. Die Schiebetür erschließt den hinteren Raum und erhält zudem die Flexibilität, doch auch mal gemeinsam zu spielen und die Spielzeug-Eisenbahn effektvoll durch beide Zimmerhälften fahren zu lassen.

Besonders geschickt ist es, in diese Trockenbauwand bereits Schlafnischen und Schrankfläche einzubauen, sodass diese Funktionswand für jede Zimmerhälfte versetzt Staufläche und Schlafplatz bietet. Hierfür bedarf es einer gewissen Vorplanung und soliden Grundkonstruktion, die ein Schreiner oder Zimmerer liefern kann.

Ist der Raum hoch genug (> 2,50 m Raumhöhe) kann eine zweite Ebene zusätzlich Platz schaffen. Insbesondere im Altbau oder in einem ausgebauten Dach bietet sich diese Lösung an. Hierfür muss abgeklärt werden, ob die Decke das Gewicht tragen kann oder die Wände die Dübel halten. Wenn die Kinder alt genug sind, kann die Ebene über eine Sprossenwand oder eine Strickleiter erschlossen werden, die zusätzlich „Spielfläche“ bietet. Eine gute Absturzsicherung durch ein Netz oder Geländer sollte unbedingt mit geplant werden. Mit Matratze, vielen kuscheligen Kissen und einem Regalbrett für die Lieblingsbücher entsteht so der perfekte Rückzugsort, um auch mal dem nervigen kleinen Geschwister aus dem Weg zu gehen.

BU: Ein Netz sichert die zweite Ebene ab und schafft Platz im Kinderzimmer (Foto: privat)

Ist Belichtung, Raumhöhe oder Raumgröße Mangelware, gibt es dennoch die Möglichkeit, jedem Kind einen eigenen Bereich zu schaffen. Ein hohes, frei stehendes Regal in der Mitte des Raumes, das zu beiden Seiten offen ist, ist eine gängige Möglichkeit, einen Raum optisch zu trennen. Über unterschiedliche Wandgestaltung oder Farbwelten in den beiden Zimmerhälften lässt sich zudem das Gefühl des „eigenen“ Zimmers unterstreichen. Spielerisch: Wer über die Betten ein kleines Haus oder eine Zeltkonstruktion baut, über das sich auch mal eine Decke legen lässt, schafft Kindern die Gelegenheit, sich zurückziehen zu können. So ein Haus kannst Du selbst mit Material aus dem Baumarkt bauen. Es gibt aber auch fertige Lösungen in nahezu allen Preisklassen.

Weißes Zeltbett für Kinderzimmer
© daheim.de

Gerade Schulkinder benötigen neben der Rückzugsmöglichkeit natürlich einen Platz, um ungestört Hausaufgaben zu machen. Auch hier empfiehlt es sich, eine ruhige Ecke zu schaffen. Diese muss nicht zwangsläufig im Kinderzimmer liegen. Überlege doch mal, ob es in anderen Räumen eine Ecke gibt, die sich für einen Schreibtisch nutzen lässt. Es gibt schlanke, kleine Tische, die für Kinder ausreichend sind sowie klappbare Lösungen, die sich selbst auf engem Raum unterbringen lassen.

Ein kleiner Schreibtisch ist für Grundschulkinder ausreichend.

Auch mit wenig Platz ist ein friedliches Zusammenleben in der Familie möglich, wenn jeder sich mal zurückziehen kann. Am Ende treffen sich dann ohnehin alle wieder am Küchentisch, um Hausaufgaben zu machen, zu malen oder gemeinsam zu spielen …

Kommentare

Ähnliche Artikel