Mehrgenerationen-Wohnen

Raum und Zeit geschickt verbinden

Drei Generationen unter einem Dach
© Pressmaster/shutterstock.com

Schön, wenn Enkel die liebevolle Zuwendung ihrer Großeltern erleben, berufstätige Eltern bei der Kinderbetreuung entlastet sind, Senioren sich im Notfall gut versorgt wissen. Doch wie sieht ein Mehrgenerationen-Haushalt aus, in dem sich der Geschmack und die Bedürfnisse eines halben Jahrhunderts harmonisch zusammenfügen?

Viele Generationen unter einem Dach, das war noch vor 100 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Die zunehmende Mobilität in der modernen Gesellschaft, aber auch der begrenzte Wohnraum schlugen später eine räumliche Schneise quer durch die Familien. Ein Trend, der sich langsam wieder umzukehren scheint. Nicht nur wegen der vielen praktischen Aspekte: Kostenersparnis durch Gemeinschaftsräume, die sich alle teilen, oder die gegenseitige Unterstützung. Vor allem aber ist der emotionale Faktor wichtig: Die Kleinsten genießen weitere Bezugspersonen, lernen Rücksichtnahme auf die Älteren, und diese wiederum fühlen sich gebraucht und eingebunden.

Wohnkonzepte sind Charaktersache

Damit das Zusammenleben richtig gut funktioniert, braucht es ein überlegtes Konzept. Wie das aussieht, hängt stark von den einzelnen Persönlichkeiten ab. Denn: Vergiss nie, dass bei aller Liebe und Kooperationsbereitschaft unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen. Mit ganz eigenen Erfahrungen, Gewohnheiten und Befindlichkeiten. So kann es zum Beispiel bei dominanten Charakteren nur reibungslos ablaufen, wenn die Familien getrennte Wohnungen im gleichen Haus beziehen oder zwei Doppelhaushälften bewohnen. Diese Lösung ist vor allem perfekt, wenn die Senioren noch topfit sind und gern ihren eigenen Haushalt führen.

Bunte Kissen auf grauer Eckcouch
© daheim.de; Big Foot Productions/Shutterstock.com

Ein harmonisches Team kann sich aber durchaus eine große Wohnung oder ein Haus teilen. Ideal ist diese Konstellation, wenn die Großeltern die Rundumbetreuung der Enkel übernehmen oder aber selbst auf Unterstützung im Alltag angewiesen sind. Neben separaten Schlafzimmern (und wenn möglich auch Badezimmern) gibt es Küche und Wohn-Ess-Bereich für die Gemeinschaft. Und hier soll sich natürlich jeder gleichermaßen wohlfühlen. Vermutlich fragst du dich jetzt, wie das funktionieren kann? Wie sollst du deinen Vater überreden, sich von seinem liebgewonnenen karierten Ohrensessel mit Fußschemel zu trennen? Die Antwort ist einfach: Das musst du gar nicht.

Akzente setzen und Harmonien bilden

Einrichtung von der Stange ist langweilig. Kannst du dir also vorstellen, wie viel Pfiff es deiner funktionellen Wohnwelt gibt, alte Einzelstücke zu integrieren? So gesehen könnte das Mehrgenerationen-Wohnen eine Erfindung von Innenarchitekten sein: Wo sich Menschen verschiedenen Alters zusammenfinden, entsteht eine interessante Vielfalt.

Wie schön, dass das Angebot an Accessoires nie ideenreicher und bunter war als heute. Der Vintage-Look macht es zudem leicht, harmonische Übergänge zu schaffen. Das moderne Sofa, mit ein paar nostalgischen Kissen ausstaffiert, bildet einen liebevollen Kontrapunkt zum Opasessel. Umgekehrt trapierst du auf dem Oldie einfach eine grafisch gemusterte oder knallig bunte Kuscheldecke und schaffst so die Brücke zum modernen Mobiliar.

Wohnzimmer mit Vintage Sessel
© daheim.de; Big Foot Productions/Shutterstock.com

 

Auch mit Lampen oder Beistelltischen kannst du mühelos Akzente setzen, indem du die stylische Leselampe neben den alten Sessel stellst oder den schlichten Designer-Tisch zum Biedermeiersofa. Besonders spannend ist es, wenn der Gegenstand an sich Kontraste in sich vereint und damit einen harmonischen Übergang bildet: Witzig sind zum Beispiel moderne Materialien in nostalgisch verschnörkelter Form oder umgekehrt. Oder du wählst Accessoires, die alte Themen in modernem Look aufgreifen.

Vielleicht erinnerst du dich noch an die Wohnzimmerwand aus deiner Kindheit, die dicht an dicht mit Fotos zugepflastert war? Ein zeitgemäßes Zitat dieser Tradition sind die Multiframe-Bilderrahmen, die alte Fotowände in die Jetztzeit übertragen. Wenn du darin aktuelle Fotos deiner Kinder mit den Aufnahmen deiner Urgroßeltern kombinierst – wie könnten da nicht Emotion und Design verschmelzen? Ein wundervoller Beitrag zur Verständigung zwischen den Generationen.

Sessel und Beistelltisch
© daheim.de; Big Foot Productions/Shutterstock.com

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