Hochbetten im Kinderzimmer

Wenn die Kleinen hoch hinaus wollen …

Kinder im Etagenbett
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Welches Kind nicht darin träumt, das träumt davon – die Rede ist vom Hochbett. Die unkonventionelle Bettstatt übt einen ganz besonderen Zauber aus. Sei es das Abenteuer hinaufzuklettern, das majestätische Gefühl, über allem zu thronen, oder die Geborgenheit an einem Rückzugsort, den nicht jeder erreichen kann … Zu den emotionalen Gründen, die für ein Hochbett sprechen, kommt ein praktischer: Hochbetten sind platzsparend. Darunter verbirgt sich Stauraum, der als Kuschelhöhle oder Arbeitsplatz zu nutzen ist. Beim Etagenbett mit zwei Schlafplätzen, dem sogenannten Doppelstockbett, findet das Geschwisterchen Unterschlupf.

Hochbett weiß
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Perfekte Welt also?

Nicht ganz. Ein unerreichbarer Rückzugsort hat bekanntlich auch einen Nachteil, nämlich genau diese Unerreichbarkeit, durch die Mama oder Papa nicht mal eben schnell zum Einschlafen an der Bettkante sitzen können. Wer kuschelt mit dem unerschrockenen Piraten, wenn er Albträume hat?  Und klingt es nicht ein wenig nach einem digitalen Stream, wenn Mama ein (Bett-)Stockwerk tiefer „Harry Potter und der Halbblutprinz“ vorliest?  So magisch ein Hochbett auch ist, es schafft eine gewisse Distanz, auch räumlich betrachtet.

Und diese Distanz kann bisweilen schmerzlich werden, im wahrsten Wortsinn. Denn wer hoch hinaus will, kann bekanntlich tief fallen. Eine Lebensweisheit, die wir unseren Kids gerne ersparen. Für Schlafwandler ist ein Hochbett also absolut tabu. Ansonsten gilt die Faustregel: Ein Etagenbett gibt es erst für Kinder, die es selbstständig sicher erklimmen können. Eine strikte Altersgrenze dafür existiert nicht, maßgeblich ist die individuelle Entwicklung. Bewegt sich dein Sprössling schon mit vier Jahren gewandt und umsichtig, ist er reif für diese Anschaffung. Für ungeschicktere Kinder kann es mit sechs Jahren noch zu früh sein.

Halbe Höhe, ganzer Spaß!

Ein guter Kompromiss sind sogenannte halbhohe Betten – mit 1,20 bis 1,50 Metern Höhe ein Mittelding zwischen Hochbett und normalem Bett. Sie verringern nicht nur die Sturzfolgen, sondern sind auch für Eltern leichter zugänglich. Der Stauraum darunter ist begrenzt, für eine Kuschelhöhle reicht es aber allemal. Und als zusätzlicher Spaßfaktor lässt sich perfekt eine Rutsche installieren. Vorausgesetzt, du akzeptierst, dass das Bett von der Ruhezone zum Spielfeld mutiert.

Spielbetten
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Wenn kleinere Kinder im Haushalt leben, musst du aber auch die Rutsche sichern bzw. eine Leiter tagsüber ganz abnehmen. Zur Sicherheit sollte das Bett auch ein GS-Prüfzeichen tragen. Dann erfüllt es auf jeden Fall die einschlägigen Sicherheitskriterien wie eine ausreichend hohe Brüstung. Vorausgesetzt, du achtest auch auf die Höhe der Matratze. Ist sie zu dick, wird sich der notwendige Brüstungsabstand von mindestens 20 cm über der Auflage wieder verringern.

Für den Fall der Fälle …

Die Leiter sollte robust sein, breite Stufen aufweisen und nicht wackeln. Optimal ist, wenn sie fest mit dem Hochbett verbaut ist und einen Handlauf hat. Sicherheitshalber solltest du vor dem Bett noch eine weiche, stoßdämpfende Unterlage ausbreiten. Buchstäblich für den Fall der Fälle! Kleiner Tipp zusätzlich: Auf Federkernmatratzen möglichst verzichten. Sie verleiten zum gefährlichen Trampolinspringen, das auch der Bettkonstruktion nicht besonders guttut.

Womit wir beim Thema Stabilität wären. Die erreichst du, indem du das Bett kippfest an der Wand verankerst. Achte bei der Anschaffung auf das Material. Massive Kiefer oder Buche ist extrem strapazierfähig und robust. Auch Spanplatten mit einer kratzfesten Melaminharzfolie zeichnen sich durch Langlebigkeit aus. Durch die harte Oberfläche sind sie resistent gegen Kratzer. Achte beim Kauf zusätzlich auf die Montagemöglichkeiten. Die sollten nicht nur unkompliziert sein, sondern auch flexibel. Praktisch ist es, wenn die Leiter sowohl rechts als auch links anzubauen und die Anordnung der Einzelbetten variabel ist. Mit der Zeit ändern sich vielleicht die Gewohnheiten und Wünsche.

Verschiedene Hochbetten
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Blühende Fantasie: Das Hochbett als Spielparadies

Apropos Wünsche: Mit ein paar Extras lässt sich ein Hochbett ganz bequem zum Spieleparadies erweitern. Im Angebot gibt es fertige Tunnel und Vorhänge, Türmchen und Höhlen. Für Piraten, Prinzessinnen, Ritter und Rennfahrerinnen. Und für kreative Eltern existieren natürlich unzählige DIY-Ideen, die aus einem schlichten Hochbettgestell eine individuelle Traumlandschaft machen. Wie wär’s zum Beispiel mit einem eigenen kleinen Häuschen für den Sprössling? Mit Giebeldach und Gauben, Fensterläden und Blumenkästen … Lass deine Fantasie Blüten treiben!

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