So funktioniert der Naschbalkon

Selbst gezogenes Essen

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Der Name ist Programm: Ein Naschbalkon hält auf kleinstem Raum Essbares parat – von der süßen Erd- oder Himbeere über die aromatische Cocktailtomate bis hin zu würzigen Kräutern für Salate und Tees. Wir zeigen dir, worauf es ankommt, wenn du deine Selbstversorger-Möglichkeiten optimal nutzen möchtest.

Gut geplant ist halb geerntet

Zuerst solltest du dir überlegen, was du gerne isst. Es bringt wenig, superscharfe Chilis zu ziehen, wenn man damit nicht kochen möchte. Überlege dir, ob du eher Kräuter für Tees oder zum Kochen, Obst zum Naschen oder Salate für einen Snack ernten möchtest. Dann solltest du deinen Balkon genau unter die Lupe nehmen:

Dein Balkon und seine Möglichkeiten

  1. Wie viel Sonne bekommt er und an welchen Stellen genau?
  2. Ist er windgeschützt?
  3. Wie stark ist er Regen ausgesetzt?

Die Antworten auf diese Fragen helfen, die geeigneten Pflanzen ausfindig zu machen.

Naschbalkon Tomaten Erdbeeren
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Die passenden Pflanzen

Pflanzen haben nicht nur Ansprüche in Sachen Nährstoffbedarf und Bodenbeschaffenheit, sondern vor allem in punkto Licht oder Schatten. Sonniger Standort bedeutet: An einem schönen Tag stehen mindestens sechs Stunden volle Sonne zur Verfügung. Im Halbschatten sind drei bis sechs Sonnenstunden vorhanden und an einem schattigen Standort gibt es maximal drei Stunden Sonne täglich.

Überwiegend sonniger Balkon: Kräuter aus südlichen Ländern wie Basilikum und Oregano sind Sonnenanbeter. Paprika und Zucchini lieben es ebenfalls sonnig, Tomaten brauchen zusätzlich einen Regenschutz. Geeignetes Obst für Südbalkone sind Stachel- und Johannisbeeren. Als Säulenobst eignen sich Kirsche und Äpfel.

Halbschatten: Hier fühlen sich Kopfsalate und Mangold ebenso wohl wie Zitronenmelisse, Liebstöckel oder Koriander. Auch Zierkürbisse kann man in Pflanzkübeln anbauen. Himbeeren und Kiwis kommen für Ost- oder Westausrichtung ebenso in Frage wie Birnen, oder Pflaumenstämmchen.

Schattig: Pflücksalate, Erdbeeren und einige Kräuter wie Pfefferminze oder Brunnenkresse wachsen auf Nordbalkonen in der Regel gut und auch Rucola oder Spinat fühlen sich im Schatten wohl. Außerdem ist der Anbau von Kohlrabi, Rosenkohl und Radieschen auf alle Fälle einen Versuch wert.

Kräuter am Balkon
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Vorziehen oder kaufen?

Wer es nicht erwarten kann, zieht Pflanzen wie Rucola oder Tomaten auf möglichst hellen Fensterbänken vor: mit guter Anzuchterde und in geeigneten Gefäßen. Wem das zu viel Arbeit ist, der greift auf vorgezogene Gewächse aus dem Fachhandel zurück. Hierbei sollte man auf Qualität achten. Immer aber muss man den geeigneten Zeitpunkt abwarten, um sie ganz ins Freie zu setzen. Vorsicht ist bis Mitte Mai angebracht, wenn die Eisheiligen häufig noch für Nachtfrost sorgen.

Den Platz gut nutzen

Ein Naschbalkon macht am meisten Spaß, wenn es den ganzen Sommer über etwas zu ernten gibt. Dafür gilt es, den Platz gut zu nutzen: Mit Pflanzenampeln und unterschiedlich hohen Pflanzgefäßen kann man jede Ebene gut nutzen. Ein Gitter an der Wand kann dem Säulenobstbäuchen zum Ranken dienen und gleichzeitig kann man weiter oben oder außen noch andere Töpfe einhängen. Bei allem, was man baulich verändert, sollte man darauf achten, dass es ohne Schäden am Mauerwerk wieder rückgängig zu machen ist.

Das Ambiente

Nicht nur die Pflanzen sollen sich auf dem Naschbalkon wohl fühlen, sondern auch der Mensch. Dafür sorgen Accessoires wie passende Outdoor-Möbel, entsprechende Kissen, Decken und Läufer. Alles was nass werden darf, spart Arbeit, weil es nicht ständig weggeräumt werden muss. Das gilt auch für die Deko.

Gartenmöbels mit hellem Outdoorteppich
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Die richtige Pflege

Viele Naschbalkone scheitern an mangelnder Pflege. Man braucht zwar nicht viel Zeit, die dafür aber regelmäßig. Mit Gießen allein ist es auch nicht getan. Durch die wenige Erde haben die meisten Pflanzen Düngebedarf. Kontrolliere auch regelmäßig auf Parasiten, etwa Blattläuse. Nur dann kannst du rechtzeitig etwas dagegen tun. Und wer auch extreme Wetterbedingungen wie Gewitter oder längere Regenperioden im Blick behält, dem ist reiche Ernte sicher.

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