9 Tipps, wie du kleine Räume groß rausbringst

Wenig Platz, viel Wow

Dame in einem kleinen Raum mit Parkettboden. Weisser Stuck an den Wänden. Weisse Lampe an der Decke
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Egal ob München, Köln oder Hamburg – in Deutschlands Metropolen ist der Wohnraum knapp, was die Mieten geradezu explodieren lässt. Trotzdem zieht es viele in die Großstadt – wegen des aufregenden Nachtlebens, der tollen Shopping Möglichkeiten und des reichen Kulturangebots. Wer mittendrin wohnt, muss sich deshalb oft mit wenigen Quadratmetern zufrieden geben. Doch sich platztechnisch einzuschränken muss nicht heißen, auf Wohnkomfort zu verzichten! Wer die folgenden Tipps beherzigt, wird feststellen: Auch im kleinsten Raum lässt sich noch ein Wow-Effekt erzeugen!

1. Wähle helle Töne für deine Wände

Grundregel Nummer eins: Helle Farben lassen kleine Räume größer wirken, während dunkle Töne die Wände optisch enger zusammenrücken lassen. Wer reines Weiß zu langweilig findet, darf gerne auch in den Pastellfarben-Topf greifen. Trendy sind derzeit kühle Töne wie Eisblau oder Mint. Sie geben kleinen Räumen einen Hauch von Frische und harmonieren toll mit weißen Möbeln. Achte aber immer darauf, Accessoires wie Bilder oder Textilien wie zum Beispiel Kissen mit der Wandfarbe abzustimmen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt am besten einen neutralen, unaufgeregten Anstrich. Das hat auch den Vorteil, dass du je nach Saison und nach Lust und Laune durch wechselnde Deko-Elemente und Accessoires immer wieder neue farbliche Akzente in deinen Räumen setzen kannst. Ein Trick für Zimmer mit niedrigen Decken: Streiche diese in einem etwas dunkleren Farbton als die Wände, gleich wirkt der Raum höher. Schmale Räume dagegen wirken breiter, wenn die kurzen Wände dunkler sind als die langen.

Achten Sie beim Einrichten kleiner Räume auf helle Farben.
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2. Setze auf multifunktionale Möbel!

Wer zuhause wenig Platz zur Verfügung hat, muss praktisch denken. Stelle dir bei der Wahl deiner Möbel immer zuerst die Frage, welchen Bedürfnissen diese entsprechen sollen: Welches Sofa ist das Richtige? Muss es wirklich ein großer Esstisch sein? Sei ehrlich zu dir selbst: Wie oft hast du tatsächlich mehrere Freunde auf einmal zu Gast – und wie oft sitzt du allein oder zu zweit am Tisch? Vielleicht gehörst du ja auch zu der Fraktion „Ich esse so gerne vor dem Fernseher“? Womit die Frage „Großer Tisch ja oder nein“ bereits beantwortet wäre…
Zum Glück musst du dich gar nicht für das eine oder das andere entscheiden: Die Lösung sind multifunktionale, mobile und flexible Möbel. Statt eines riesigen Sofas kannst du dich zum Beispiel für eine Schlafcouch entscheiden. Diese lässt sich super schnell ausziehen, wenn du Übernachtungsgäste hast. Auch viele Esstische lassen sich bei Bedarf ausziehen, Stühle zusammenklappen oder stapeln. Kleinmöbel auf Rollen können nach Lust und Laune dahin gerückt werden, wo sie gerade benötigt werden.
Tipp: Wähle Möbel mit schlanken Beinen oder „schwebende“ Regale, die an der Wand befestigt werden, so wird der Boden nicht verdeckt, und der Raum erscheint sofort größer. Stühle oder Tische aus Acrylglas oder Draht verleihen dem Raum zusätzlich Weite, da sie das Tageslicht durchlassen. Ein Tipp speziell für kleine Schlafzimmer: Lege dir einen Kleiderschrank mit Schiebetüren zu – bei kleinen Zimmern lassen sich Drehtüren gerade bei deckenhohen Modellen oft nicht vollständig öffnen. Oder du hängst die Türen ganz aus und bringst stattdessen stilvolle, schlichte Vorhänge vor den Schränken an.

3. Clevere Beistellmöbel für extra Stauraum

Stauraum, Stauraum, Stauraum. In kleinen Räumen sollte man intelligent planen, damit am Ende alle Dinge ihren Platz haben. Kleinmöbel, die sich vielseitig einsetzen oder sogar zweckentfremden lassen, können hierbei helfen. Truhen zum Beispiel sind nicht nur sehr dekorativ, sondern eignen sich auch als gemütliches Bänkchen. In ihren großen Bauch passen Badetücher, Bettwäsche, Kinderspielzeug oder die DVD-Sammlung. Um Kleinzeug verschwinden zu lassen, sind Kuben aus Holz oder Metall mit aufklappbarem Innenraum perfekt. Diese kannst du auch als Sockel für Pflanzen benutzen oder als Sitzgelegenheit. Hocker können mal als Beistelltisch, mal als Leiter fungieren. Bücher und Magazine finden auf und in Regalwürfeln Platz, die sich beliebig zu Raumteilern erweitern lassen. Satztische können zusammengeschoben werden, wenn man sie gerade nicht braucht.

Kleine Räume gewinnen durch multifunktionale Möbel an Stauraum.
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4. Gehe sparsam mit Deko um

Weniger ist manchmal mehr. Und das gilt besonders, wenn es um Deko-Artikel geht. Ein Kerzen-Ensemble hier, ein paar Skulpturen da, Töpfe mit verschiedenen Pflanzen, Bilderrahmen, Figuren aus Porzellan, und so weiter und so fort – schnell sehen kleine Räume überladen und unaufgeräumt aus. Tipp: Beschränke dich auf einzelne Stücke, die den Stil deiner Wohnung unterstreichen. Schenke diesen Stücken ausgewählte, exponierte Plätze, auf denen sie wirken können. Auch sogenannte Statement Pieces (einzelne Möbelstücke) solltest du sparsam verwenden: Lieber einen Eyecatcher haben, und dafür den Rest reduziert halten. Bei Deko-Artikeln und Textilien wie Vorhängen, Teppichen, Kissen oder Poufs solltest du darauf achten, nicht zu viele Farben, Formen und Materialien zu mischen, das wirkt unruhig. Es gilt die Faustregel: in einem Raum maximal 3 Farben miteinander kombinieren. Wer Kunst liebt, aber nur schmale Wände hat, ist mit einem großen Bild besser beraten als mit vielen kleinen – ein einzelnes aussagekräftiges Gemälde schafft Weite und wirkt ästhetischer.

5. Setze Akzente mit Licht

Auch mithilfe von Licht lassen sich kleine Räume in Wohlfühl-Oasen verwandeln. Nehmen wir zum Beispiel das Schlafzimmer: Hatte man früher standardmäßig noch ein großes Deckenlicht, weiß man heute, dass viele kleine indirekte Lichtquellen einen Raum optisch erweitern können. Beleuchtete Regalrückwände oder eine Lichtschnur unterm Bett lassen sich schnell selbst anbringen. Tipp: Helle, glänzende Möbeloberflächen reflektieren das Licht und geben dem Raum noch mehr Tiefe. Schwenkbare  Wand- oder Hängeleuchten halten den Boden frei.

6. Spiegel erhellen den Raum

Arbeite mit Spiegeln! Sie reflektieren das Tageslicht und lassen kleine Wohnräume größer wirken. Wenn möglich, bringe einen Spiegel direkt gegenüber vom Fenster an, so wird das Licht in jeden Winkel des Zimmers gestreut.

Kleine Zimmer werden beim Einrichten mit Spiegeln optisch vergrößert.
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7. Nutze jeden freien Platz optimal aus

In einer kleinen Wohnung heißt es umso mehr, keinen Kubikzentimeter Platz zu verschenken. Solltest du im Schlafzimmer keine deckenhohen Schränke haben, nutze den Raum bis zur Decke, um dort Schuhkartons oder Dinge, die du nur selten brauchst, in Kisten zu verstauen. Deine Wintergarderobe kannst du auch in Rollcontainer packen und unterm Bett aufbewahren. Eine Idee für kleine Badezimmer: Unterm Fensterbrett ist noch ungenutzter Raum für ein Hängeregal. Darin finden Schaumbad-Flakons, Schmuckdosen oder die Haarbürste Platz. Und auch im Kinderzimmer bieten hohe Schränke jede Menge praktischen Stauraum.

8. Die Zauberformel fürs kleine Home Office

Längst sind die Zeiten der großen Aktenschränke vorbei – die Zukunft ist das papierlose Büro, Dokumente werden heute auf externen Festplatten oder in der Cloud gespeichert. Wer häufig von zuhause arbeitet, braucht also gar nicht mehr zwingend ein richtiges Büro. Dank einklappbarer Schreibtisch-Lösungen oder Kommoden mit integriertem Sekretär lässt sich ein Heimarbeitsplatz ganz einfach ins Wohnzimmer oder sogar im Flur oder auch unter der Treppe integrieren. Nach Feierabend verschwindet der Arbeitsplatz wie von Zauberhand im Wandschrank.

Richten Sie ihr Home Office mit praktischen Möbeln wie einem Sekretär ein.
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9.Verbinde mehrere kleine Zimmer zu einem großen Raum

Dass Küche und Wohnzimmer heute in vielen Wohnungen ineinander übergehen, gehört längst zum Standard in deutschen Haushalten. Wieso also sollte das in einer kleinen Stadtwohnung nicht auch funktionieren? Lege Küche und Esszimmer doch einfach zusammen, gegessen wird an der stylischen Bar mit hohen Hockern. Wer wirklich auf extrem wenigen Quadratmetern lebt, könnte an einem Hochbett Gefallen finden, denn darunter ließe sich zum Beispiel ein Arbeitsplatz oder eine Lounge mit gemütlichen Sitzsäcken einrichten. Öffne deine Räume optisch, indem du auf Zimmertüren verzichtest oder wähle Schiebetüren, das spart zusätzlich Platz. Wer die verschiedenen Wohnbereiche dennoch voneinander trennen möchte, sollte über lichtdurchlässige Raumteiler nachdenken, zum Beispiel stapelbare Regalwürfel, halb transparente Stoffe, die man an der Decke befestigt, oder mobile Paravents. Sonst könnte es passieren, dass du in der vom Fenster abgewandten Zimmerseite im Dunkeln sitzt.

Verbinden Sie mehrere kleine Zimmer zu einem Raum.
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